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Wohnen in Witten – Ortsbeschreibung
Was ins Auge fällt, ist die Ruhr. Durch ein weites Tal fließt sie behäbig von Süden heran, windet sich in eleganten Bögen, teilt sich in Seitenarme, umfließt spielerisch kleine Inseln.
Vielleicht die besste Art, sich dieser Stadt zu nähern; nicht in gerader Linie, sondern auf Seitenwegen.
Typisch Witten? Schlagworte greifen hier ins Leere. Mit sechsstelliger Einwohnerzahl ist Witten Großstadt, sagt jedenfalls die Statistik, aber der Hauch des Kleinstädtischen ist nicht zu leugnen. Witten ist eine Ruhrgebietsstadt mit eindeutigen Parallelen zur Entwicklungsgeschichte der gesamten Region. Aber der Bergbau hat hier früher begonnen und eher aufgehört.
Auch die geografische Einbindung in das Revier erfaßt die Stadt nur am Rande. Der Übergang zum Bergischen Land und zum Sauerland ist deutlich spürbar – Grün macht sich breit, Grün, das nicht erst weit draußen wartet, sondern direkt in die Stadt kommt.
Witten – keine Stadt aus einem Guß. Sie zu entdecken heißt offen zu sein für den Reiz ihrer kleinen Unebenheiten. Widersprüche erweisen sich auf den zweiten Blick als “merkwürdig”, Kontraste formen Individualität und zeichnen Profil.
Lage
Witten liegt am südlichen Rand des Ruhrgebiets im Übergang zum Sauerland. Verkehrsanbindung: 5 Autobahnanschlüsse im Stadtgebiet (A 43 Wuppertal-Münster, A 44 Düsseldorf-Bochum-Dortmund, A 45 Sauerlandlinie Dortmund-Gießen). Bahnverbindungen über Hagen, Dortmund und Bochum. Nächster Verkehrsflughafen: Düsseldorf, Regionalflughafen: Dortmund.
Geschichte
Mit der ersten urkundlichen Erwähnung von 1214 betritt Witten das Parkett der geschriebenen Geschichte und wird als Dorf erkennbar, dessen Einwohner in der Landwirtschaft tätig waren und vom Ertrag ihrer Höfe lebten. Es war eine Gemeinde freier Bauern, die sich gegen die Einführung der Leibeigenschaft zum örtlichen Adelsgeschlecht standen: Sie waren zur Ablieferung des Zehnten und zur Verrichtung bestimmter Dienste verpflichtet.
Das Land – Grundlage jeglichen menschlichen Lebens – wurde von der Adelsfamilie als Lehen vergeben, ohne das die Bauern ihre Lebensmittel nicht hätten erwirtschaften können. Diese Lehnshoheit zusammen mit der Gerichtshoheit bildete den Kern der acht, die von den aufeinanderfolgenden Generationen der Wittener Herrschaften bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ausgeübt wurde. Worin sich Witten von anderen Dörfern unterschied, war sein Status als kaiserliches Lehen, den es 1516 erlangte. Die Herrschaft Witten war damit keine der üblichen Grundherrschaften, die im hierarchischen Gefüge der damaligen Gesellschaft unter den Landesherren standen. Als kaiserliches Lehen war Witten gegenüber dem Landesherrn der Grafschaft Mark mit größeren Rechten ausgestattet als andere Dörfer.
Dies mag auch eine Rolle gespielt haben, als Witten 1675 gegen den vehementen Widerstand der Stadt Hattingen das Privileg zugesprochen bekam, einen Wochenmarkt veranstalten zu können, der sich schon bald zu einem der bedeutendsten Umschlagspätze für Getreide in Westfalen entwickelte, und diese Position 200 Jahre lang behaupten konnte.
