Unser Vogel im Monat März: Schwarzspecht

Der Schwarzspecht: nur noch wenige Paare der europäisch geschützten Art bewohnen die großen Wälder zwischen Vormholz, Elbschetal und dem Ardey
Ob tatsächlich alle Vögel schon da sind, sei dahingestellt. Aber dass Lautstärke, Arten- und Stimmenvielfalt – beispielsweise in den Vormholzer Waldungen – täglich zunehmen, fällt auch Nicht-Ornithologen auf. Frühling liegt in der Luft! Und Frühling heißt: Vogelkonzerte überall, von der größten Buche bis zum kleinsten Gestrüpp.
Doch wie in einem richtigen Orchester gibt es bei den Vögeln neben Sängern auch Instrumentalisten. Beispielsweise die Spezialisten für Trommelwirbel, die Spechte – allen voran der allbekannte schwarz-weiß-rote Buntspecht und der Grünspecht, die bekanntesten von insgesamt sieben in Witten nachgewiesenen Arten.
Mit viel Glück kann man an einem Frühjahrsmorgen im Forstort Vormholz oder im Herrenholz aber sogar dem größten von ihnen begegnen: dem Schwarzspecht. Krähengroß und krähenschwarz, mit rotem Scheitel und weithin hörbarem Flugruf, unternimmt er kilometerweite wellenförmige Flüge zwischen seinen Brut- und Nahrungswäldern. Die „technischen Daten“ der Trommelwirbel lassen jeden menschlichen Schlagzeuger vor Neid erblassen: zwar nur zwei Sekunden lang, aber dafür 15 Schläge pro Sekunde und zwei Kilometer Hörweite! Und singen kann er auch noch, der Schwarzspecht! Sein „Gesang“ klingt wie ein lautes kehliges, helles Lachen.
Wozu treibt der Specht eigentlich diesen Aufwand? Er ist spezialisiert auf in Holz lebende Insekten, vor allem Larven und Puppen von Ameisen und Käfern, die er mit wuchtigen Schlägen freilegt. Doch sein kraftvolles Werkzeug leistet ihm auch an anderer Stelle gute Dienste. So signalisieren die weit zu hörenden Trommelwirbel sowohl den Nebenbuhlern als auch den begehrten Weibchen, dass es hier ein lohnendes Buchenrevier voller Larvenlöcher gibt, aber auch einen starken Schnabel, der es nicht nur zu nutzen, sondern auch zu verteidigen weiß.
Genau diese kleinen Larvenlöcher sind auch das größte Problem des Schwarzspechts, und deshalb bewohnen nur noch wenige Paare der europäisch geschützten Art die großen Wälder zwischen Vormholz, Elbschetal und dem Ardey. Denn Larven- und höhlenreiche Altbuchen voller Totholz haben keinen Platz in der heutigen hochproduktiven Holzwirtschaft. Überdies können sie zu gefährlichen Sturzbäumen an Wegen oder Spielplätzen werden. So erfordert der notwendige Erhalt der letzten Wittener Alt- und Höhlenbäume intensive Gespräche und Abstimmungen im Sinne der Spechte. Manchmal können die eingekürzten Baumriesen – wie im Forstort Vormholz – als regelrechte „Spechtskulpturen“ erhalten werden. Das freut nicht nur die Spechte, sondern auch ihre „Nachmieter“ wie Hohltauben, Kleiber und Fledermäuse, die mangels Meißelschnabel auf „Gebrauchthöhlen“ angewiesen sind …
Der Vogeltipp: Die Saison der Vogelbeobachter beginnt jetzt, nämlich mit der Rückkehr der Zugvögel. Also: Halten Sie am besten ein Fernglas bereit! Gute Vogelbücher gibt es in der Stadtbücherei (www.kulturforum-witten.de) und natürlich im Buchhandel.
März 2010: Veranstaltungshinweise
19. – 23. März: Frühlingsvolksfest in Witten-Annen
Saalbau Witten
- 02.03.2010 20.00 Uhr Basta a capella die „Fünf“ Live Tour
- 04.03.2010 19.30 Uhr Kassandra
- 05.03.2010 20.00 Uhr Horst Schroth – „Wenn Frauen fragen“
- 10.03.2010 19.30 Uhr Das Schwarzwaldmädel
- 17.03.2010 20.00 Uhr Tschechisches Rundfunk Sinfonieorchester Prag
- 19.03.2010 20.00 Uhr ABBA Hautnah
- 25.03.2010 19.30 Uhr DANCE MASTERS! – BEST OF IRISH DANCE
Haus Witten
- 04.03.2010 18.00 u. 20.00 Uhr Haus Witten Kino: Das Orangenmädchen
- 14.03.2010 11.00 bis 17.00 Uhr Kunsthandwerkermarkt – “Dem Osterhasen ins Nest gelegt”
- 16.03.2010 18.00 Uhr Haus Witten, Kinosaal “Die dünnen Mädchen”
- 18.03.2010 18.00 und 20.00 Uhr Haus Witten Kino: Ein Sommer in New York – The Visitor


