Mit stehenden Ovationen – und nach zwei Zugaben – verabschiedete ein begeistertes Publikum im ausverkauften Theatersaal des Wittener Saalbaus die Musiker des Sinfonischen Orchesters der Volkhochschule Witten | Wetter | Herdecke unter der Leitung von Tobias van des Locht in den späten Samstagabend. Vorausgegangen war diesem begeisterten Applaus ein fulminantes Konzert der VHS-Sinfoniker, die durch den britischen Hornsolisten Frank Lloyd bei Mozarts Hornkonzert Nr. 3 und Arnolds Hornkonzert Nr. 1 virtuos unterstützt wurden. Die künstlerische Leitung des Abends hatte Tobias van de Locht inne, der das VHS-Orchester seit 2016 leitet – und auch bei der diesjährigen Ausgabe von Sparkassen-classics am Pult brillierte. Doch der Reihe nach:

Mit ihrer Konzertreihe „Sparkassen-classics“ unterstützt die Sparkasse Witten seit nunmehr rund 20 Jahren die Sinfonischen Laienorchester aus Witten und der näheren Umgebung: Auch diesmal kommt die gesamte Einnahme aus dem Verkauf der Eintrittskarten vollständig dem Orchester zugute. Darüber hinaus übernimmt die Sparkasse alle Kosten rund um die Ausrichtung des Konzertabends.
„Das nennen wir – und ich denke, zu Recht – Förderung von Kunst und Kultur vor Ort“, so Klaus-Peter Nehm, Sparkasse Witten, in seiner kurzen launigen Anmoderation des Abends.

Und dann ging es auch schon los – und zwar „very british“:
Mit der Suite aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel setzten die VHS-Sinfoniker gleich zu Beginn des Abends einen feierlichen Akzent. Dem folgten die Schottischen Tänze von William Alwyn – und wer ganz genau hinhörte, konnte dabei sogar einen Dudelsack sowie auch das ausgelassene Gejohle eines Betrunken ausmachen.

Mit Mozarts Hornkonzert Nr. 3, bei dem der in Cornwall geborene Frank Lloyd als Hornsolist seine Klasse und Virtuosität eindrucksvoll zeigen konnte, ging es dann in die Pause. Wie bei Sparkassen-classics üblich, hatte auch diesmal die Sparkasse die Konzertbesucher zu einem Glas Sekt – oder auch einer alkoholfreien Erfrischung – eingeladen.

Frisch gestärkt trugen die VHS-Sinfoniker nach der Pause – ebenfalls mit Frank Lloyd als Solist am Horn – Sir Malcolm Arnolds Hornkonzert Nr. 1 vor. Auch hier überzeugte Frank Lloyd eindrucksvoll, zumal besonders diese Komposition dem Solisten den Raum bietet, das volle Register des Horns gekonnt darzustellen. Frank Lloyd bedankte sich für den Applaus des durchweg beeindruckten Publikums schließlich noch mit einer meisterhaft vorgetragenen Solo-Zugabe, bei der der Professor für Horn an der Essener Folkwang Hochschule seine virtuose Spielfertigkeit abermals präsentieren konnte.

Danach drehten Tobias van de Locht und die VHS-Sinfoniker so richtig auf – und nahmen das Publikum sozusagen mit auf eines der traditionellen Proms-Konzerte in die Londoner Royal-Albert-Hall:
Bei Edward Elgars „Pomp an Circumstance“ und Henry Woods „Fantasia on British Sea Songs“ hielt es das Publikum schließlich nicht mehr auf den Sitzen: Es wurde mitgewippt, mitgesummt, mitgepfiffen und beim englischen Schiffsjungentanz „Jacks the Lad“ sogar ausgiebig bei diesem immer schneller werdenden Stück bis zur Erschöpfung mitgeklatscht. Höhepunkt des Abends war schließlich „Rule Britannia!“, die inoffizielle Nationalhymne des Vereinigten Königreichs – bei der das Publikum, dank des im Programmblatt angedruckten Liedtextes, eindrucksvoll und feierlich singend mit einstimmte.

Stehende Ovationen und ein tosender Applaus sorgten schließlich dafür, dass die VHS-Sinfoniker unter dem Dirigat von Tobias van de Locht diesen Konzertabend mit gleich zwei Zugaben vergoldeten.
Auch diese Ausgabe von Sparkassen-classics ist wieder einmal rundum gelungen:
Bestens aufgelegte VHS-Sinfoniker, ein Solo-Hornist der Extra-Klasse sowie Tobias van de Locht am Pult verwandelten einen regnerisch-grauen Novemberabend zu einem wunderbaren Konzertabend in Witten – und zwar von Wittenern für Wittener. Und doch: very british!

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