Witten. Natürlich.: Dezember

Mit unserem Sparkassenkalender 2018 mit dem Titel „Witten. Natürlich.“ laden wir Sie – Monat für Monat – ein, die natürlichen Seiten unserer Heimatstadt zu entdecken. Und davon gibt es einige! Schauen Sie doch einfach selbst.

Dezember: Im Lauf der Natur – der Borbach

Bäche sind Lebensräume für viele kleine, speziell dem fließenden Wasser angepasste Tiere. Die für uns meist unter der Wasseroberfläche verborgenen Arten wie Bachflohkrebse oder Insektenlarven dienen Vögeln und Fischen als wichtige Nahrungsquelle. Auch zum Trinken oder Reinigen suchen Tiere und gelegentlich auch
Menschen einen Bach auf.

Doch nur 10 Prozent unser Fließgewässer befinden sich in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand. Durch Gewässerverbauung, zu hohe Nährstoffeinträge oder die Belastung mit Schadstoffen kommt es zu Störungen der natürlichen Lebensraumbedingungen unserer Flüsse und Bäche. Mit der Einführung der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union (EU) im Jahr 2000 werden in allen EU-Staaten Maßnahmen zur Bewertung und Verbesserung des ökologischen Zustands unserer Fließgewässer durchgeführt.

Der Borbach (früher „Borbecke“) entspringt im Wittener Ortsteil Schnee und mündet an der Wetterstraße in den Mühlengraben der Ruhr. Bis zum Frühjahr 2017 speiste der Bach in seinem Verlauf durch das Rüdinghauser Buchenholz die in den 1960er-Jahren zur Erholung der Wittener Bürger künstlich angelegten „Drei Teiche“. Doch die jahrzehntelange Verschlammung und Verlandung durch Laub und Sedimente sowie die Belastung mit Schwermetallen haben die Lebensqualität der Wasserbewohner getrübt. Zur ökologischen Verbesserung des Bachs wurden die Teiche daher 2017 zurückgebaut, Tiere und Pflanzen entnommen und an anderen Stellen wieder angesiedelt. So kamen die Fische in den Mühlengraben und für Erdkröten und andere Amphibien wurde oberhalb des ehemals größten Teichs ein Ersatzbiotop geschaffen.

Nach dem Ablaufen der „Drei Teiche“ kann der vergleichsweise naturnahe Borbach nun in seinem alten Bachbett wieder frei fließen und sich eigendynamisch entwickeln. Auf den trockengefallenen Teichflächen soll sich eine bachtypische Auenvegetation mit Röhrichten und Auengehölzen wie der Erle ansiedeln.

Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Feuersalamander sind in Witten in wald- und bachnahen Gebieten wie zum Beispiel im Elbschebachtal, im Muttental, im Vormholzer Wald oder am Borbach zu finden.

Die auffällig schwarz-gelb gezeichneten Tiere zählen zu den Amphibien, sind aber ausgesprochene Landtiere. Nur die Weibchen gehen im Frühjahr zum Wasser, um dort ihre Larven abzusetzen. Dabei bevorzugen sie saubere Waldbäche. Die kleinen, 2 bis 3 Zentimeter großen Salamanderlarven sind bräunlich gefärbt, haben äußere Kiemen und vier Beinchen. Sie ernähren sich im Wasser von Insektenlarven. Erst mit zunehmendem Wachstum wird die spätere Fleckung allmählich immer deutlicher. Jeder Feuersalamander besitzt übrigens sein eigenes, unveränderliches Fleckenmuster, an dem er wie mit einem Fingerabdruck wiedererkannt werden kann.

Die erwachsenen Tiere leben in Laubwäldern und führen ein verborgenes Dasein unter Totholz, flachen Steinen, Baumwurzeln oder in Felsnischen, wo sie auch überwintern. Sie ernähren sich von Asseln, Käfern, Schnecken oder Regenwürmern und können in freier Natur über 20 Jahre alt werden. Mit etwas Glück kann man die Tiere an einem regnerischen Tag bei einem abendlichen Waldspaziergang entdecken.

Lebewesen als Spiegel der Wasserqualität – Gewässergüte bestimmen

Die Gewässergüte eines Bachs lässt sich anhand der darin vorkommenden Kleinlebewesen bestimmen. Mit einem Kescher oder Küchensieb fangen wir an einem Bach die unter Steinen verborgenen Lebewesen und befördern sie vorsichtig in eine mit Wasser gefüllte flache Schale. Mit einer Lupe können wir die Tiere betrachten und bestimmen. Durch sogenannte Leitarten lässt sich die Wasserqualität schnell einschätzen:

In gutem bis sehr gutem Wasser leben Stein-, Eintagsfliegen- und Köcherfliegenlarven sowie Bachflohkrebse. Eine mäßige bis schlechte Wasserqualität zeigen Rollegel, Wasserassel, Zuckmückenlarve oder Schlammröhrenwurm an.

Nicht vergessen, die kleinen Tiere wieder vorsichtig ins Wasser zurückzusetzen!

Auf der folgenden Internetseite der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (nua) können Sie das Poster „Wir zeigen die Gewässergüte in NRW“
downloaden: http://bit.ly/2y9kcYP.

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