Mit unserem Sparkassenkalender 2018 mit dem Titel „Witten. Natürlich.“ laden wir Sie – Monat für Monat – ein, die natürlichen Seiten unserer Heimatstadt zu entdecken. Und davon gibt es einige! Schauen Sie doch einfach selbst.

Mai: Bunte Vielfalt im Wittener Stadtpark

Gegenüber von Haus Witten an der Ruhrstraße liegt der Wittener Stadtpark. Mit seinem alten Baumbestand, offenen Wiesenflächen und gestalteten Pflanzbeeten lädt er Besucher zum Spazieren oder Verweilen auf einer der zahlreichen Parkbänke ein. Von hier aus führen Wege zum Helenenturm, Hammerteich oder Hohenstein. Ein Teil der heutigen Parkanlage wurde ursprünglich um das Jahr 1700 als französischer Barockgarten von Haus Witten angelegt. Etwa im Bereich der 1868 errichteten Villa Lohmann stand die Orangerie des Gartens, die vor allem den zahlreichen Zierpflanzen als Winterquartier diente. Wichtige Teile des alten, einst berühmten Pflanzenbestandes wie einige alte Bäume sind noch erhalten. Der Park ist seit 1956 Eigentum der Stadt Witten. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte und 1962 nur teilweise wiederhergestellten Villa Lohmann wurde bis zu ihrem Verkauf im Jahr 2011 vom Standesamt und der Volkshochschule genutzt. Seit einigen Jahren gestaltet das städtische Grünflächenamt die Blumenbeete im Eingangsbereich des Stadtparks nur noch zum Teil mit Zierpflanzen in Reih und Glied. Dafür sprießen neben dem Skulpturenpaar der Bildhauerin Christel Lechner von Frühjahr bis zum Herbst aus einer eingesäten Wildblumenmischung Korn-, Mohn- und Flockenblumen, Natternkopf sowie weitere blütenreiche und insektenfreundliche Pflanzen. Auch im Lutherpark, am Karl-Marx-Platz oder am Hohenstein bereichern Wildblumen nun regelmäßig das Stadtbild. Hummeln, Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten fliegen geradezu auf diese Blütenpracht.

Heimische Wildblumen
Das Verschwinden artenreicher Blumenwiesen und Blühstreifen an Feld- und Wegrändern durch die industrielle Landwirtschaft, anhaltende Flächenversiegelung und veränderte Klimafaktoren hat zu einem drastischen Rückgang von Schmetterlingen, (Wild-) Bienen und anderen Insekten geführt. Heimische Wildblumen und Wildkräuter bilden mit ihrem Nektar und Pollen eine wichtige Nahrungsquelle für diese Tiere, die wiederum als Blütenbestäuber unserer Obstgehölze von unermesslichem Nutzen sind. In den Städten gibt es heute durch naturnah gestaltete Gärten und Parkanlagen sowie artenreiche Brachflächen ein vielfältigeres Nahrungsangebot für Bienen und ihre Artgenossen als auf dem Land. Mit Urban Gardening-Projekten, zum Beispiel im Wittener Wiesenviertel oder im Voß´schen Garten, werden Stadtnatur und Artenvielfalt durch die Bepflanzung von Hochbeeten mit heimischen Pflanzen gefördert.

Wildbienen
In Deutschland gibt es rund 580 Wildbienenarten. Im Unterschied zu Honigbienen leben sie nicht in Völkern, sondern sind als Einzelgänger unterwegs. So unterscheidet man beispielsweise Mauer- und Scherenbienen, Masken- und Seidenbienen, Holz-, Pelz- und Wollbienen oder Blattschneiderbienen, um nur einige zu nennen. Während Honigbienen schon seit vielen Jahren unter der Varroamilbe leiden, setzen den Wildbienen vor allem Pflanzenschutzmittel wie Neonicotinoide zu. Durch intensive Landwirtschaft und Monokulturen finden die Tiere immer seltener blütenreiche Landschaften, die sie für ihre Nahrung und zur Aufzucht des Nachwuchses benötigen. Mit dem Anpflanzen von Wildblumen im Garten oder auf dem Balkon und dem Aufstellen von Insektennisthilfen kann jeder zur Förderung von Wildbienen und Co. beitragen.

Beispiele für bienen- und schmetterlingsfreundliche Wildblumen
Blutweiderich, Distel, Färberkamille, Flockenblume, Glockenblume, Königskerze, Kornblume, Leinkraut, Malve, Natternkopf, Rainfarn, Skabiose, Taubenkropf-Leimkraut, Taubnessel, Waldziest, Wasserdost, Wilde Karde, Wilder Dost

Tipp
Im NaWit-Naturgarten an der Nachtigallstraße in Witten-Bommern können Besucher am Tag der offenen Gartentür im Sommer den naturnahen Garten mit bienenfreundlichen Wildblumen und Wildkräutern besuchen und sich über weitere Naturschutzmaßnahmen informieren. (www.nawit.de)

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