Kein Geld, keine Zeit, kein Interesse – warum wir die Altersvorsorge gerne auf die lange Bank schieb … und was wirklich an den Argumenten dran ist
Ökonomen haben ja für fast alles eine Erklärung. Auch dafür, warum
die Menschen die Altersvorsorge auf die lange Bank schieben. Das liegt
an der „Minderschätzung des künftigen Konsums“. Will sagen: Was ich
heute kaufen kann, verschafft mir sofort Befriedigung. Dagegen kommt der
Konsum nächste Woche, nächstes Jahr und in drei Jahrzehnten erst einmal
nicht an. Darum wurde der Zins erfunden. Der entschädigt uns fürs
Warten. Dennoch fallen Sparern in der Praxis neben unmittelbarer
Konsumlust noch einige andere Ausreden ein, die Vorsorge aufzuschieben.
Hier unsere Top Ten:
1. Ich habe kein Geld
Ihr Berater würde antworten:
„Schön, dass Sie so ehrlich sind. Lassen Sie uns gemeinsam etwas dagegen
tun.“ Oft führt der Weg zum regelmäßigen Ansparen übers Einsparen. Und
zwar bei den laufenden Ausgaben – für Strom, Handy, Coffee to go.
Faustregel für die Höhe der Sparraten: Zehn Prozent vom Nettoeinkommen
sollten in die Altersvorsorge gehen. Zum Beispiel in einen
Fondssparplan. Ab 25 Euro im Monat ist das möglich. Soviel kann fast
jeder (ein)sparen.
2. Ich habe keine Zeit
Sicher: Zeit ist ein knappes Gut.
Und Zeit ist auch Geld, und zwar in einem ganz überraschenden Sinn.
Der US-Milliardär John D. Rockefeller hat gesagt: „Lieber eine Stunde
über Geld nachdenken als eine Stunde für Geld arbeiten.“ Angenommen, Sie
könnten mit dieser einen Stunde 100 Euro einsparen oder 100 Euro mehr
erwirtschaften – das wäre doch die Mühe wert? Und außerdem: Einen
Fondssparplan auszuwählen und zu eröffnen, dauert bei der Sparkasse
weniger als eine Stunde.
3. Ich habe kein Interesse
Altersvorsorge ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Im
Englischen gibt es die Redewendung: „Beurteile ein Buch nicht nach
seinem Umschlag.“ Denn was man nicht kennt, kann man auch nicht
bewerten. Deshalb: Geben Sie dem Thema eine Chance. Vielleicht macht es
am Ende sogar Spaß, vor allem wenn sich der Erfolg einstellt. Es ist ein
tolles Gefühl, etwas Neues zu lernen und Schritt für Schritt die Hoheit
über die eigenen Finanzen zu erobern. Infos zum Thema finden Sie hier
auf Sparkasse.de, auf Deka.de und bei fondsmagazin.de.
4. Das lohnt sich doch nicht
Wir leben in einer Nullzinsphase. Da macht das traditionelle Sparen
mit sicheren Anlagen wie Sparbuch und Festgeld tatsächlich keinen Spaß.
Aber es gibt Auswege aus der Niedrigzinsfalle. Wer in Aktien investiert,
geht damit zwar ein höheres Risiko ein, aber dem stehen auch höhere
Ertragschancen gegenüber. Von der Börse muss man dafür nicht unbedingt
etwas verstehen. Setzen Sie einfach auf Ihren Sparkassenberater und
Investmentfonds. Der Berater wählt mit Ihnen den richtigen Fonds aus.
Der Fonds verteilt Ihr Geld und das vieler anderer Anleger auf viele
Aktien. Dadurch sinkt das Risiko automatisch. Wobei Verluste dadurch
nicht ausgeschlossen sind.
5. Das kann noch warten
Natürlich können Sie auch später noch einsteigen – aber das wird
teurer. Wenn Sie zum Rentenbeginn mit 67 gerne 100.000 Euro auf der
hohen Kante haben wollen, dann ändert sich der Aufwand durch Warten ganz
erheblich. Wenn Sie statt mit 27 erst mit 32 Jahren mit dem Sparen
beginnen, müssen Sie bei einem Steuersatz von 30 Prozent jeden Monat 106
Euro statt 81 Euro zurücklegen. Ein Unterschied von 30 Prozent, und das
bei einem kleinen Unterschied von nur fünf Jahren. Mit dem
Anlagerechner der DekaBank bekommen Sie einen ersten Eindruck, wie
Fondssparen funktioniert.
6. Ich werde eh nicht alt
Die meisten Menschen unterschätzen die eigene Lebenserwartung.
Wussten Sie, dass ein 27-jähriger Mann heute unter idealen Bedingungen
im Durchschnitt 88 Jahre alt werden kann? Frauen leben sogar noch
länger. Spielen Sie doch selbst einmal mit dem Lebenserwartungsrechner
des Deutschen Instituts für Altersvorsorge. Dort können Sie Ihren
persönlichen Wert in Abhängigkeit von Ihrem Lebenswandel ermitteln.
7. Ich erbe etwas
Glückwunsch, dass Sie zu den Glücklichen gehören, die wirklich so
viel erben, dass Sie sich keine Sorgen mehr um Ihre finanzielle Zukunft
machen müssen. Die Regel ist das nicht: Die Hälfte der Erbschaften in
Deutschland liegt unter 75.000 Euro, 38 Prozent sogar unter 25.000 Euro.
Zu wenig für ein sorgenfreies Leben in Alter. Auch wenn Sie mehr
erwarten, sollten Sie für den Fall vorsorgen, dass Ihr Erbe wider
Erwarten nicht an Sie, sondern ans lokale Tierheim geht. Oder sich durch
unglückliches Handeln des Erblassers in Wohlgefallen auflöst. Das soll
schon vorgekommen sein. Falls Sie dann doch erben, können Sie Ihr
Erspartes ja zum Ausgleich ans Tierheim spenden oder eine Stiftung
errichten. Auch dabei hilft Ihnen Ihre Sparkasse.
8. Ich werde Instagram-Star
Selbst wenn Sie mit den Kurven von Kim Kardashian oder dem
Waschbrettbauch von André Hamann gesegnet sind – die Chance, als
Influencer von Konsumgüterherstellern pro Werbe-Post fünfstellige
Beträge zu kassieren, sind verschwindend gering. Das gilt auch für
YouTube. Auf eine Bibi im Beauty Palace kommen Zehntausende, die es
vergeblich versuchen. Die Chance, mit regelmäßigem Sparen zu einem
kleinen Vermögen zu kommen, ist deutlich größer.
9. Ich gründe ein Startup und werde reich
Der nächste Jeff Bezos mit dem nächsten Amazon – das wäre schon was.
Experten nennen solche Unternehmen Unicorns, zu Deutsch „Einhörner“. Und
wir alle wissen, wie häufig die in freier Wildbahn vorkommen. Deshalb:
Ein Startup ist ein tolles Ziel. Behalten Sie es im Auge. Bei der
Existenzgründung hilft die Sparkasse. Und für alle Fälle regeln Sie die
Altersvorsorge dann gemeinsam mit Ihrem Berater gleich mit. Denn
Unternehmer müssen selbst für ihr Einkommen im Alter sorgen – sie sind
nicht gesetzlich rentenversichert.
10. Im Alter brauch ich eh kein Geld, da mache ich ja keine Party mehr.
Dahinter steckt die Annahme, dass der Konsum im Alter zurückgeht. Schließlich, so das falsche Bild, sitzen Alte im Fernsehsessel oder sind bettlägrig. Das wahre Leben sieht anders aus: Wir werden nicht nur immer älter, wir sind auch immer weniger bereit, im Alter unsere Ansprüche zurückzuschrauben. Rentner werden zunehmend fitter und agiler. Sie haben mehr Zeit, sie reisen mehr, sie genießen das Leben – all das kostet Geld. Die Party geht weiter, nur eben nicht unbedingt auf dem Dancefloor.
Es sei denn, man heißt Günther Krabbenhöft …
Quelle: Sparkassen-Finanzportal