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Juni: Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Das lichtliebende Echte Johanniskraut wächst an Wegrändern, auf Magerwiesen oder auf Ruderal- und Brachflächen. Auch in trockenen Pflasterritzen im Siedlungsbereich ist das anpassungsfähige Kraut zu finden. Seine langen Wurzeln ermöglichen ihm, auch bei anhaltender Trockenheit an Wasser zu gelangen.

Rund um den Zeitpunkt der Sommersonnenwende (21. Juni) und zum Fest Johannes des Täufers am 24. Juni (Johannistag) steht das Echte Johanniskraut in voller Blüte. Den an diesem Tag gesammelten Kräutern sprach man besonders große Heil- und Zauberkräfte zu.

Beim Zerreiben der gelben Blütenknospen wird ein roter Saft freigesetzt, der früher mit dem vom Kreuz tropfenden Blut Christi in Verbindung gebracht wurde. Solche „Blutstropfen“ führten im Volksmund zu dem Glauben, dass Johanniskraut verborgene magische Kräfte besitzt. So wurde es auch als Schutzkraut gegen Hexen verwendet.

Den roten Pflanzenfarbstoff nutzte man zum Färben von Speisen und Textilien.

Die Bestäubung der goldgelben Blüten erfolgt durch Insekten, obwohl sie nur Blütenstaub, aber keinen Nektar angeboten bekommen. Besonders Blattkäfer finden sich zahlreich zum „Abstauben“ ein.

Im Herbst werden die kleinen Samen von Tieren verschleppt oder durch den Wind verbreitet (Ballonflieger). Sie benötigen zum Keimen sehr viel Licht.

Das Echte Johanniskraut gehört zu den wertvollsten heimischen Heilpflanzen. Schon vor mehr als zweitausend Jahren priesen griechische und römische Schriften das Echte Johanniskraut als Heilmittel gegen Reptilienbisse, Melancholie und zur Wundheilung.

Seine Heilwirkung ist bis heute unbestritten. Weil die Pflanze vor allem bei Erkrankungen des Nervensystems zur Anwendung kommt, wird sie auch „Arnika der Nerven“ genannt. Johanniskraut hat sich besonders beim Abbau innerer Anspannungen, bei Ängsten und bei leichten bis mittleren Depressionen bewährt. Es wird als „Sonne für die Seele“ bezeichnet.

Wenn man die Blätter und Blüten gegen das Licht hält, entdeckt man viele kleine „Löcher“ (Tüpfel). Es sind die hellen Öldrüsen und die dunkleren Harzdrüsen, die zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe wie Hypericin, Flavonoide oder ätherische Öle enthalten.

Bei hoher Dosierung sind Wechselwirkungen mit einigen Medikamenten möglich und die Haut kann empfindlich auf Sonnenbestrahlung reagieren. Andererseits wirkt das rote Johanniskrautöl (Rotöl) äußerlich bei Verbrennungen (Sonnenbrand), Hautentzündungen und wird bei Muskelschmerzen verwendet. Innerlich hilft es bei Magen- und Verdauungsbeschwerden. Gegen Nasenbluten wurden früher die getrockneten fein gemahlenen Blüten geschnupft.

Steckbrief
Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Verbreitung: Europa, Westasien, Nordafrika; eingebürgert in Australien, Ostasien, Amerika
Standort: auf trockenen, mäßig nährstoffreichen Böden, häufig als Pionier auf Rohböden
Wuchs: ausdauernde Pflanze (mehrjährig)
Wuchshöhe: 30 bis 70 cm
Stängel: zweikantig, nach oben hin reich verzweigt, innen markig
Blüte: 5-zählige Blüten in Scheindolden, Kelchblätter
lanzettlich, sehr spitz, Kronblätter goldgelb, mit dunklen punkt- und strichförmigen Drüsen, viele Staubgefäße
Blütezeit: Juni bis September; blüht zur Zeit der Sonnenwende
Blätter: 1 bis 3 cm lang, eiförmig-länglich, ungestielt, ganzrandig, gegenständig, dicht mit durchscheinenden Öldrüsen punktiert, am Rand mit schwarzen Drüsen
Frucht: schmal-eiförmige, bis 10 mm lange, geriefte, wandspaltige Kapsel
Wurzel: stark verästelte, spindelförmige, bis 50 cm tief reichende Wurzel


Johanniskraut-Öl
Ein durchsichtiges Schraubglas zu einem Drittel locker mit im Mörser zerquetschten
frischen Blütenknospen und gerade geöffneten Blüten des Echten Johanniskrauts füllen.
Mit einem guten kalt gepressten Olivenöl übergießen, verschließen und 6 Wochen an
einen warmen, sonnigen Platz stellen. Hin und wieder schütteln. Die rote Flüssigkeit durch
ein altes Tuch filtern und in dunkle Fläschchen füllen. Zur Wundbehandlung bei Sonnenbrand und
kleineren Verletzungen sowie für Einreibungen bei rheumatischen Erkrankungen und bei Akne.


Quelle: Tubes, Gisela; Nutzbare Wildpflanzen – gesund und schmackhaft

Nicht alle Eigentümer mussten dem Anschluss zustimmen

In einer Wohnungseigentümergemeinschaft war man sich nicht einig, ob die Immobilie einen Glasfaseranschluss erhalten soll oder nicht. Bei der entscheidenden Abstimmung gab es eine Gegenstimme. Die Justiz musste klären, ob dieses Veto den Anschluss verhindert oder nicht. Im Urteil wurde darauf hingewiesen, dass bei für die Art der baulichen Veränderungen, die für den Anschluss an das Glasfasernetz erforderlich ist, im Prinzip eine Einstimmigkeit erforderlich sei. Ausnahmen seien nach dem Gesetz bei Fernsprech-, Rundfunk- und Energieanschlüssen vorgesehen. Hier gebe es zwar im Hause schon eine Basisversorgung, jedoch müsse man von zeitgemäßen Erfordernissen der Datenübertragung ausgehen. Das sei heute ein Teil der Grundversorgung. Der Kläger müsse deswegen die Schaffung eines Anschlusses dulden. Die Beeinträchtigung durch entsprechende Erdarbeiten sei auch nur zeitlich befristet. (Amtsgericht Plön, Aktenzeichen 75 C 11/19)

Übrigens: Wenn Sie Ihre Wohnsituation ändern – und in „eigene vier Wände“ umziehen – oder eine Immobilie veräußern oder erwerben möchten, lohnt sich in jedem Fall ein Gespräch mit unseren Immobilienexperten. Am besten jetzt gleich einen Termin vereinbaren!

Quelle: Infodienst Recht und Steuern

Schadenersatz ist anhand eines Kostenvoranschlages möglich

Der Erwerber einer Immobilie kann Schadenersatz für Mängel an seinem Objekt anhand eines Kostenvoranschlages verlangen, ohne zuvor selbst mit hohen Geldbeträgen in Vorleistung gegangen zu sein. So urteilte die höchstrichterliche Rechtsprechung.

Das Urteil im Detail

Der Fall: Schon bei Vertragsschluss über den Verkauf einer Eigentumswohnung war den Parteien bekannt, dass in der Vergangenheit bei einer Schlafzimmerwand Probleme mit Feuchtigkeit bestanden hatten. Der Verkäufer verpflichtete sich, beim Wiederauftreten solcher Schäden für deren Beseitigung aufzukommen. Tatsächlich wurde dieser Mangel später erneut festgestellt. Die Käufer forderten rund 8.000 Euro. Der Verkäufer weigerte sich, solche „fiktiven“ Mängelbeseitigungskosten zu begleichen.

Das Urteil: Es spiele keine Rolle, ob der neue Eigentümer die fälligen Arbeiten tatsächlich ausführen lasse oder sich mit dem Mangel abfinde, entschied der Bundesgerichtshof. Die entsprechende Zahlung, deren Höhe im Streitfalle durch ein Sachverständigengutachten geklärt werden müsste, habe der Schadenersatzpflichtige trotzdem zu leisten. Ein Anspruch auf Umsatzsteuer besteht allerdings nur, wenn diese tatsächlich angefallen ist. Der Senat bezog sich in seinem Urteil auf die höchstrichterliche Rechtsprechung vom sogenannten „kleinen Schadenersatz“, der im gesamten Kaufrecht genau solch eine Regelung vorsehe. Im Werkvertragsrecht, das zum Beispiel bei Neubauten im Verhältnis zwischen Bauherr und Architekt gilt, gibt es das nicht. Hier könne der fiktive Schadenersatz nach Meinung des BGH zu einer Überkompensation führen – etwa dann, wenn nur die vereinbarte Fliesenfarbe nicht exakt getroffen ist, aber trotzdem ein kompletter Austausch der Fliesen bezahlt werden müsste. (Bundesgerichtshof, Aktenzeichen V ZR 33/19)

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Quelle: Infodienst Recht und Steuern

Viele Bundesbürger haben aufgrund der Corona-Pandemie ihr Konsumverhalten zurückgefahren und in den vergangenen Monaten Geld zur Seite gelegt. Vor allem junge Menschen wollen für ihre großen Träume mehr sparen, dabei sind ihnen Sicherheit und Flexibilität wichtig. Für sie lohnt sich ein Bausparvertrag – mit dem sie sich gleichzeitig staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie sichern.

Die Corona-Pandemie hat das Spar- und Konsumverhalten vieler Bundesbürger und Bundesbürgerinnen verändert. Das betrifft vor allem junge Menschen der Generation Z, der die heute 14- bis 29-Jährigen angehören. Für sie ist die Coronakrise die erste wirtschaftliche Krise, die sie bewusst miterleben und die sie mitten in ihrer beruflichen Ausbildung oder dem Studium trifft. Laut dem Vermögensbarometer 2020 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) haben 42 Prozent von ihnen ihre Konsumausgaben zurückgefahren – in keiner anderen Altersgruppe ist dieser Anteil höher. Außerdem gaben rund 78 Prozent der befragten 14- bis 29-Jährigen an, mehr sparen zu wollen.

Beim Vermögensaufbau sind den jungen Menschen vor allem Flexibilität und Sicherheit wichtig: Studierende oder Auszubildende möchten sich oft nicht auf ein Sparziel festlegen – schließlich wissen viele noch nicht, wo es sie beruflich oder privat einmal hin verschlägt. Gleichzeitig bevorzugt die Generation Z Sparformen ohne Risiken – nach Angaben des Kantar Trendindikator 2020 würden nur 28 Prozent von ihnen auf Anlageprodukte setzen, die Kursschwankungen unterliegen.

Bausparvertrag kombiniert Planungssicherheit, Flexibilität und staatliche Förderung

LBS-Expertin Monika Grave rät jungen Leuten daher zum Abschluss eines Bausparvertrags: „Er kombiniert Planungssicherheit mit größtmöglicher Flexibilität und lässt sich jederzeit an die individuellen Lebensumstände und Ziele anpassen.“ Außerdem sichern sich junge Bausparerinnen und Bausparer damit im aktuellen Zinstief für später ein günstiges Darlehen mit niedrigem Zinssatz – zum Beispiel für die Anschaffung der ersten eigenen Wohnung.

„Ein Bausparvertrag lohnt sich für junge Menschen auch wegen der Förderungen, mit denen der Staat sie beim Eigenkapitalaufbau auf dem Weg in die eigenen vier Wände unterstützt. Dazu gehört beispielsweise die Wohnungsbauprämie (WoP), die ab diesem Jahr deutlich erhöht wurde“, sagt Monika Grave. Wer bauspart, erhält zehn Prozent Wohnungsbauprämie auf seine jährlichen Einzahlungen von bis zu 700 Euro bei Alleinstehenden und 1.400 Euro bei Verheirateten. Ein wichtiges Förderkriterium ist das jährlich zu versteuernde Einkommen. Diese Einkommensgrenze wurde ab diesem Jahr ebenfalls angehoben: auf 35.000 Euro für Alleinstehende und 70.000 Euro für Verheiratete. „Die Wohnungsbauprämie ist für junge Menschen, die gerade in den Beruf eingestiegen sind, eine ideale Starthilfe für den Vermögensaufbau“, so die LBS-Expertin. „Ob sie das Guthaben später für die erste eigene Immobilie oder einen anderen Wunsch nutzen, können junge Bausparerinnen und Bausparer entscheiden, wenn es so weit ist. Sie müssen sich bei Abschluss also nicht auf eine wohnwirtschaftliche Verwendung festlegen.“ Die Voraussetzung, um die WoP zu erhalten ist allerdings, dass sie ihren Bausparvertrag bereits vor Erreichen ihres 25. Lebensjahres abgeschlossen haben. Dann können sie nach mindestens sieben Jahren frei über das gesamte Bausparguthaben verfügen, ohne die staatlichen Förderungen zu verlieren.  

Früh und regelmäßig Sparen lohnt sich

Noch ein Tipp der Bausparexpertin: „Für den Vermögensaufbau ist es entscheidend, möglichst frühzeitig mit dem Sparen zu beginnen und regelmäßig einen bestimmten Betrag beiseitezulegen. Die Höhe selbst ist gar nicht so wichtig. Wer bereits in jungen Jahren kleine Beträge auf seinen Bausparvertrag einzahlt, baut sich mitsamt den staatlichen Förderungen ein stattliches finanzielles Polster für die Zukunft auf und kann sich auch den Traum von der eigenen Wohnung schneller erfüllen.“

Übrigens: Wenn Sie Ihre Wohnsituation ändern – und in „eigene vier Wände“ umziehen – oder eine Immobilie veräußern oder erwerben möchten, lohnt sich in jedem Fall ein Gespräch mit unseren Immobilienexperten.
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Quelle: LBS Infodienst Bauen und Finanzieren

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Mai: Gewöhnlicher Beinwell (Symphytum officinale)
Der rau behaarte Beinwell mit seinen großen lanzettlichen Blättern gedeiht auf nährstoffreichen, feuchten Wiesen, an Wegrändern und am Ufer von Gewässern. Seine zarten hell- bis dunkelvioletten, seltener gelblich weißen Blütenglöckchen locken im Frühjahr hungrige Hummeln, Bienen und Schmetterlinge an. Um an den begehrten Nektar zu gelangen, benötigen die Insekten einen langen Rüssel. Viele Beinwellblüten weisen jedoch direkt über dem Kelch ein Loch in der Kronröhre auf, das kurzrüsselige
Hummeln hineingebissen haben, um den Nektar zu erreichen. So haben auch Honigbienen eine Chance, an die süße Nahrung zu gelangen.

Im Spätsommer werden die reifen Beinwellsamen mit je einem fettreichen Anhängsel von Ameisen verschleppt, die auf diese Weise zur Verbreitung der Pflanze beitragen.

Ansonsten wehrt der Beinwell mit seinen borstigen Haaren und Giftstoffen (Pyrrolizidin-Alkaloide) eine ganze Reihe von Fressfeinden ab. Kaum ein Weidetier rührt die Pflanze an. Daher ist es auch kaum vorstellbar, dass die rauen, haarigen Blätter für uns genießbar sind und in der Küche als Wildgemüse und Salat geschätzt werden.

Gedünstet, gekocht oder in Marinade eingelegt, sind die leicht nach Gurke schmeckenden Blätter nicht mehr kratzig. Sie können in Bierteig getunkt und in Öl ausgebacken werden.

Die großen Blätter eignen sich auch zur Herstellung von Blattrouladen. Da die Pflanze schädliche Pyrrolizidin-Alkaloide enthält, die in größeren Mengen verzehrt zu Schädigungen der Leber führen können, sollte Beinwell nicht zu häufig gegessen werden.

Der Beinwell wird häufig als „Knochenheiler“ bezeichnet. Der Name „Beinwell“ setzt sich aus den althochdeutschen Begriffen „Bein für Knochen und „wallen“ für innig vermischen zusammen und bezieht sich damit auf die beschleunigte Wundheilung insbesondere bei Knochenbrüchen.

Der Wirkstoff Allantoin, der eine wichtige Funktion beim Zellaufbau und bei der Zellbildung hat,
ist vor allem in den kräftigen, außen schwarzen und innen weißen Pfahlwurzeln zu finden.
Bereits von Dioskurides (griechischer Arzt der Antike) wurde der Beinwell lobend als Heilpflanze erwähnt.

Bei Beinschäden und Knochenbrüchen stand die fleischige, schleimreiche Wurzel des Beinwells
wegen ihrer wundheilungsfördernden Wirkung in der Volksmedizin in hohem Ansehen. Früher
wurden zerstoßene Wurzeln und Blätter auf Knochenbrüche gelegt, wegen der desinfizierenden und reinigenden Wirkung auch auf offene, eitrige Wunden. Als Breiumschlag hilft Beinwell äußerlich bei stumpfen Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen oder Blutergüssen und empfiehlt sich als Badezusatz für die Vitalität der Gelenke! In der Heilkräuterkunde ist Beinwellsalbe noch heute aktuell.

Die Wurzel wird im Frühjahr oder Herbst geerntet und frisch oder getrocknet verwendet.

Die weit am Stängel herablaufenden Blätter wurden früher als Tabak-Ersatz genutzt. Heute
gewinnt man daraus aufgrund des hohen Kali- und Stickstoffgehalts einen guten Flüssigdünger
für Gartenpflanzen. Die älteren Blätter eignen sich auch hervorragend als Kompostierhilfe, zum
Mulchen oder als Düngemittel für Tomaten, Möhren und Kartoffeln.

Steckbrief
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Verbreitung: Eurasien
Standort: an Flussufern, auf feuchten Wiesen und an Wegrändern
Wuchs: ausdauernde Pflanze (mehrjährig)
Wuchshöhe: bis 1 Meter
Blüte: 1 bis 2 cm lange, röhrenförmige Krone; rot- oder blauviolett/gelblich weiß
Blütezeit: Mai bis Juli
Blätter: große lanzettliche Blätter
Frucht: vier glänzend schwarze Teilfrüchte
Fruchtreife: August bis September
Wurzel: Pfahlwurzel

Beinwellwurzel-Tinktur
Als Einreibung bei verstauchten Gliedern,
Schwellungen und nach Sportverletzungen
■ 30 g Beinwellwurzel
■ 150 ml 70%iger Weingeist

für die spätere Zugabe:
■ 150 ml demineralisiertes Wasser

Zerschnittene Beinwellwurzel in ein Gefäß geben und es mit dem Weingeist auffüllen
Anschließend wird das Gefäß verschlossen, beschriftet und für 10 Tage an einem kühlen
Ort gelagert. Danach wird die Wurzel abgefiltert und mit dem demineralisierten Wasser
verdünnt.

Dosierung: Tragen Sie die Tinktur mit einem Stück Gaze auf die Haut auf. Achten Sie darauf,
dass die Haut keine äußerlichen Verletzungen aufweist, und wenden Sie die Tinktur nicht
länger als maximal 6 Wochen pro Jahr an.

In Corona-Zeiten drängt es viele ins Freie – Das sorgt auch für Streit

Der monatelange winterliche Lockdown hat viele Menschen in diesem Jahr Frühjahr und Sommer besonders herbeisehnen lassen. Glücklich sind diejenigen, die als Mieter oder Eigentümer von Immobilien über einen Garten verfügen. Gelegentlich kommt es bei intensiver Nutzung von Grünflächen aber auch zum Streit. Diese Extraausgabe stellt einige Urteile zu diesem Themenkomplex vor – von der Haltung von Wildschweinen im Vorgarten bis zu einem Mieter, der ein offenes Feuer im Freien entzündete und eine Sitzgruppe mit Gülle besprühte.

Urteile im Detail

Schwierig wird es in der Regel, wenn Nutzungsberechtigte anfangen, im Garten größere Gegenstände aufzustellen. Dann melden die anderen Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft häufig ihren Protest an. So war es zum Beispiel, als ein Eigentümer für den ihm zugeteilten, als Ziergarten bezeichneten Außenbereich ein Trampolin kaufte. Das Spielgerät sollte wieder entfernt werden. Doch das Amtsgericht München ließ das Trampolin zu. Lägen keine besonderen Umstände vor, müsse Kindern ein solches Freizeitvergnügen ermöglich werden. Zumal dann, wenn das Gerät nicht fest im Boden verankert sei. (Aktenzeichen 485 C 12677/17)

Es ist bekannt, dass Mieter an den Kosten der Gartenpflege beteiligt werden können. Aber wie sieht es aus, wenn besagte Grünfläche nicht nur den Hausbewohnern zur Verfügung steht, sondern auch zur Nutzung durch die Öffentlichkeit zugelassen ist? Die Mieter hatten kaum mehr Vorteile von dem Außenbereich als Fremde, für sie galten dieselben Regeln. Das Landgericht Berlin ging deswegen davon aus, dass diese Nebenkosten nicht umzulegen seien. (Aktenzeichen 65 S 132/19)

Das einmal eingeräumte Sondernutzungsrecht eines Wohnungseigentümers an Terrasse und Gartenfläche kann nicht ohne weiteres wieder entzogen werden. In Köln stritten ein Eigentümer und die Gemeinschaft genau über diese Frage. Auf der bisher per Sondernutzung zugewiesenen Außenfläche sollten zwei Stellplätze für PKW errichtet werden, so wie es in der Baugenehmigung vorgesehen war und von den Behörden verlangt wurde. Der Bundesgerichtshof lehnte die Umnutzung ab. Erstens dürfe so etwas nur die ultima ratio sein, zweitens müsse dazu erst die Gemeinschaftsordnung geändert werden. (Aktenzeichen V ZR 65/17)

Deftige Formulierungen gegenüber den Mitmietern und ein regelmäßiges vertragswidriges Verhalten können den Eigentümer zu einer fristlosen Kündigung des Mieters berechtigen. Der Betroffene hatte unter anderem im Garten ein offenes Feuer entfacht, eine Sitzgruppe im Freien mit Gülle besprüht, seinen Nachbarn als „Kasper“ bezeichnet und sogar eine Körperverletzung begangen. Das reichte dem Amtsgericht Brandenburg als Begründung für eine fristlose Kündigung. (Aktenzeichen 31 C 181/18)

Für Rollstuhlfahrer ist es wegen Unebenheiten, Höhenunterschieden oder wechselnden Bodenbelägen manchmal schwierig, vom Haus in den Garten zu gelangen. Der Eigentümer eines Grundstücks ließ deswegen zum Preis von 6.000 Euro einen rollstuhlgerechten Weg zu seinen Hochbeeten errichten. Anschließend wollte er diese Ausgaben als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen. Allerdings versagte ihm dies das Finanzgericht Münster. Die Begründung: Auf der einen Seite des Hauses befinde sich bereits eine Terrasse, die ihm den Weg ins Freie ermögliche. Die Bepflanzung der Hochbeete auf der anderen Seite stelle lediglich eine Freizeitaktivität dar. (Aktenzeichen 7 K 2740/18)

In früheren Zeiten genossen Bäume weit weniger Schutz als heute. Doch inzwischen ist ein Bewusstsein dafür vorhanden, dass Bäume einen wertvollen Beitrag für das Ökosystem leisten. Das musste eine Eigentümergemeinschaft erfahren, die einige Robinien und eine Erle wegen deren schlechten Zustandes fällen lassen wollte. Man hatte vor der Entscheidung nicht geklärt, ob andere, weniger eingreifende Maßnahmen möglich wären. Das Amtsgericht Potsdam betrachtete das Vorgehen der Gemeinschaft als eine unzureichende und damit nicht statthafte Ermessensausübung. (Aktenzeichen 31 C 38/19)

Manchmal bereitet auch ein „Indoor-Garten“ juristische Schwierigkeiten, sprich: Pflanzen, die im Treppenhaus einer Wohnanlage aufgestellt werden. Ein Eigentümer brachte an verschiedenen Stellen (unter anderem nahe der Fenster) Topfpflanzen an – einem anderen passte das nicht und er klagte. Das Landgericht Frankfurt/Main konnte keine erhebliche Beeinträchtigung erkennen. Deswegen seien die Töpfe im Treppenhaus zu dulden. Sie nähmen nur einen geringen Teil der Fläche ein. (Aktenzeichen 2-13 S 94/18)

Man kann es durchaus als etwas ungewöhnlich bezeichnen, wenn ein Hausbesitzer im Vorgarten dauerhaft zwei Wildschweine hält. Normalerweise sind diese Tiere auf Privatgrundstücken ja eher unwillkommen. Das Veterinäramt kam nach einer Inspektion des Grundstücks zu dem Ergebnis, hier liege keine artgerechte Tierhaltung vor. Dem schloss sich das Verwaltungsgericht Gießen an und untersagte das kleine Wildschweingatter. (Aktenzeichen 4 L 1922/19; 4 L 1940/19)

Beschlüsse einer Eigentümergemeinschaft müssen, auch wenn sie die Gartengestaltung betreffen, klar und eindeutig sein. Darauf legte das Amtsgericht München in einem Urteil Wert. Die Gemeinschaft hatte entschieden, bestimmte Außenbereiche erneuern zu lassen und dabei unter anderem festgelegt, dass „verschiedene“ Pflanzen ausgetauscht werden sollen. Dem Gericht fehlte es an der erforderlichen Bestimmtheit des Beschlusses. Das könne man nicht alles der Verwaltung überlassen. (Aktenzeichen 481 C 7764/17)

Übrigens: Wenn Sie Ihre Wohnsituation ändern – und in „eigene vier Wände“ umziehen – oder eine Immobilie veräußern oder erwerben möchten, lohnt sich in jedem Fall ein Gespräch mit unseren Immobilienexperten.
Am besten jetzt gleich einen Termin vereinbaren!

Quelle: LBS-Infodienst Recht und Steuern

Mit unserem Sparkassenkalender „2021 – Natürliche Schätze am Wegesrand“ laden wir Sie ein – Monat für Monat – die oft unbeachteten und dennoch so wertvollen natürlichen Schätze am Wegesrand neu zu entdecken. Schauen Sie doch einfach mal rein.

April: Bärlauch (Allium ursinum)
Der Bärlauch ist verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch, was schon beim Zerreiben seiner Blätter deutlich wird. Wegen seines typischen Knoblauchgeschmacks bezeichnet man ihn auch als „Wilden Knoblauch“.

Die Zwiebelpflanze aus der Familie der Amaryllisgewächse wächst bei uns zerstreut, vor allem in lichten und feuchten Laubwäldern und Parks. Sie ist ein Nährstoffzeiger und schätzt tiefgründig und humose, lockere und anhaltend feuchte Böden. Dort, wo der Bärlauch gedeiht, bedecken im Frühjahr die Blätter und schönen weißen sternförmigen Blütenstände den gesamten Waldboden. Doch nicht an allen Standorten, an denen die Pflanze in Form großer Bestände vorkommt, ist der Bärlauch auch heimisch. Mancherorts hat er sich von künstlichen Anpflanzungen aus selbstständig weiter verbreitet.

Bärlauch bildet sehr viele Samen. Ein Quadratmeter Bärlauchbestand kann 9000 Samen pro Jahr bilden. Bevor sie keimen, müssen sie eine Frostperiode durchlebt haben (Kaltkeimer). Bärlauch vermehrt sich aber auch über seine Zwiebeln und kann so innerhalb weniger Jahre große Horste bilden. Beim Anbau im Garten muss der Bestand daher gelegentlich eingedämmt werden.

Bereits im Mittelalter wurde der Bärlauch als Arznei- und Nahrungspflanze genutzt. Ihm wurden unheilabwehrende Eigenschaften zugeschrieben.

In der Volksmedizin wird der Bärlauch heute bei Magen-Darm-Störungen und erhöhtem Blutdruck eingesetzt. Auch in der Naturheilkunde kommt das Wildkraut als Heilmittel zur Anwendung. Seine Heilwirkung ist den zahlreichen in ihm enthaltenen, überwiegend schwefelhaltigen ätherischen Ölen zuzuschreiben, die sich positiv auf Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Darm
und Magen auswirken. Des Weiteren wirkt der Bärlauch positiv auf den Cholesterinspiegel, ist stoffwechselanregend und hilft bei fortgeschrittener Arterienverkalkung.

Schon Kaiser Karl der Große wusste die Vorzüge des Bärlauchs zu schätzen und ließ ihn in seinen kaiserlichen Gärten anbauen. Angeblich soll die Pflanze Bärenkräfte verleihen – erhielt sie doch ihren Namen aufgrund der Beobachtung, dass
Bären sich nach dem Winterschlaf über den „Bär“lauch hermachen.

Aufgrund seines würzigen und knoblauchartigen Geschmacks wird er seit einigen Jahren auch gerne von uns Menschen in der Küche verwendet und hat sich regelrecht zu einem „Modewildkraut“ entwickelt. Vorzugsweise werden die Blätter – mit und ohne Stängel – genutzt. Frisch als Gewürz, für Dip-Soßen, Kräuterbutter und Pesto oder ganz allgemein als Gemüse bereichert er die Frühjahrsküche (Bärlauchpesto, Bärlauchbutter, Bärlauchkäse, Bärlauchbrot, Bärlauchgnocchi, Bärlauchsuppe …).

Erntezeit für die Blätter ist im März und April. Das meiste Aroma steckt in den jungen Blättern, die bei Blühbeginn etwas schärfer schmecken. Meist wird er roh und klein geschnitten unter Salate oder andere Speisen gemischt. Mit Blüten und Knospen des Bärlauchs lassen sich Salate verzieren.

Bärlauch steht zwar nicht unter Naturschutz, doch ist das Sammeln innerhalb von Naturschutzgebieten nur dann gestattet, wenn die entsprechende Schutzverordnung es zulässt. Beim Ernten im Wald nur Bärlauchstiele und -blätter sauber mit einem Messer abschneiden, anstatt die Pflanze samt Knolle und Wurzeln aus dem Waldboden zu reißen.

Steckbrief
Familie: Amaryllisgewächse
(Amaryllidaceae) / Unterfamilie:
Lauchgewächse
Verbreitung: in Europa und
Teilen Asiens
Standort: schattige, feuchte,
humusreiche Laubwälder, Bruch- und Auenwälder, Parks und
Gärten
Wuchshöhe: 15 bis 40 cm
Blüte: Scheindolde mit bis zu 20
weißen sternförmigen Einzelblüten an feinen grünen Stielen
Blütezeit: Ende März bis Mai
Blätter: meist zu zweit oder
zu dritt stehende lanzettliche
Blätter; dunkelgrün, oberseitig
glänzend, unterseitig matt
Frucht: Kapselfrüchte mit wenigen schwarzen Samen
Wurzel: Zwiebel mit sprossbürtigen Wurzeln

Bärlauch-Suppe
■ 1 Handvoll Bärlauchblätter
■ 1 EL Butter
■ 1 EL Mehl
■ 1 l Gemüsebrühe
■ 150 ml Schlagsahne
■ 1 Schuss Weißwein
■ 1 EL kalte Butter
■ Salz, Pfeffer, Muskat
Bärlauchblätter waschen und in feine Streifen
schneiden. Butter auslassen, Blätter darin
anschwitzen, mit Mehl bestäuben. Brühe,
Sahne und Wein zugeben und einige Minuten
aufwallen lassen. Kalte Butter zugeben und
mit dem Mixstab schaumig pürieren. Mit Salz,
Pfeffer und Muskat abschmecken.
Quelle: Tubes, Gisela; Nutzbare Wildpflanzen –
gesund und schmackhaft

Der Besucher eines Mieters benahm sich wiederholt daneben

Die Mieterin einer Ein-Zimmer-Wohnung wurde regelmäßig von ihrem Lebensgefährten besucht, was grundsätzlich kein Problem und auch rechtlich nicht zu beanstanden gewesen wäre. Doch der Besucher war in der Vergangenheit dadurch unangenehm aufgefallen, dass er einen anderen Mieter körperlich angegriffen, weitere Bewohner übel beschimpft und ein Hausverbot missachtet hatte. So zumindest die Ansicht des Eigentümers. Wegen dieses Fehlverhaltens wurde der Mieterin die Kündigung ausgesprochen. Das zuständige Gericht räumte zwar ein, dass sich Mieter das Auftreten ihrer Besucher anrechnen lassen müssten – und in schwerwiegenden Fällen aus diesem Grund auch eine Kündigung möglich sei. Aber hier habe es an einer vorherigen zeitnahen Abmahnung gefehlt. Diese sei unabdingbar. (Amtsgericht Stuttgart, Aktenzeichen 35 C 4053/20)
Quelle: LBS Infodienst Recht und Steuern

Übrigens: Wenn Sie Ihre Wohnsituation ändern – und in „eigene vier Wände“ umziehen – oder eine Immobilie veräußern oder erwerben möchten, lohnt sich in jedem Fall ein Gespräch mit unseren Immobilienexperten.
Am besten jetzt gleich einen Termin vereinbaren!

Fast zwei Drittel der jungen Berufstätigen wollen sich laut LBS-Umfrage „Young Generation“ auf jeden Fall Wohneigentum anschaffen. Zunächst denken gerade junge Familien dabei meist an einen Neubau. Denn der bietet mehr Raum für individuelle Wünsche als eine gebrauchte Immobilie, ist energieeffizient und damit auch günstig in den monatlichen Betriebskosten – und man hat lange Ruhe vor neuen Investitionen. Dafür ist die Anschaffung allerdings in der Regel auch teurer.

Ob Bau oder Kauf: Am Anfang einer Immobiliensuche steht die Frage nach dem geeigneten Standort. Hier ist Flexibilität gefragt, denn im gewohnten Viertel mit den sozialen Kontakten können Grundstücke rar und teuer sein – zumindest in der Stadt. Bei Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung lässt sich gut erkunden, welche Stadtteile oder Orte als künftiger Lebensmittelpunkt vielleicht auch in Frage kommen.

„Neben dem Wohlfühlfaktor spielt die Infrastruktur eine entscheidende Rolle“, sagt Sven Schüler von der LBS. Wie gut sind Kindertagesstätten, Schulen, Ärzte und Läden für den täglichen Bedarf erreichbar? Wie sind die Wege zu den Arbeitsplätzen und Freizeiteinrichtungen? „Das sollte man sich unbedingt auch unter der Woche und zu verschiedenen Tageszeiten ansehen“, rät die LBS.

Tipps für die Grundstücks- und Immobiliensuche 

Den besten Überblick über den regionalen Immobilienmarkt haben oft die örtlichen Banken und Sparkassen. Wer sich bei der Suche allein auf Immobilienportale verlässt, wird viele Angebote verpassen. Denn wegen der meist hohen Nachfrage werden diese meist gar nicht erst online gestellt, sondern direkt an registrierte Interessenten vergeben. Wo es freie Grundstücke gibt, wissen auch die Städte und Gemeinden. Interessenten sollten sich hier frühzeitig melden. Und wenn man einmal da ist: Ein Blick in den Flächennutzungsplan bewahrt später vor unangenehmen Überraschungen, beispielsweise einer Umgehungsstraße oder einem Gewerbegebiet in Grundstücksnähe.

Für das direkte Umfeld beschreibt der Bebauungsplan die Bauvorschriften. Darin sind etwa die Höhe des Gebäudes, die Anzahl der Vollgeschosse, die Dachform oder der Anteil der Gesamtfläche, die bebaut werden darf, vorgeschrieben. Das gilt dann auch für Erweiterungen gebrauchter Häuser. Ein Blick ins Grundbuch zeigt, ob Vorlasten durch bestehende Darlehen oder auch Wege- oder Leitungsrechte von Dritten eingetragen sind.


Vorab den finanziellen Rahmen abstecken

Wichtig und sinnvoll ist eine sorgfältige Vorbereitung des Kaufs. „Um einen Finanzierungs-Check sollte man sich schon weit vor der eigentlichen Anschaffung kümmern“, rät Sven Schüler. Denn wer bereits eine Finanzierungszusage hat, kann im Ernstfall schnell reagieren, wenn er ein Grundstück oder eine Immobilie gefunden hat. Seriöse Anbieter prüfen gleichzeitig, welche Förderprogramme für die Finanzierung in Frage kommen. Die summieren sich schnell auf fünfstellige Summen und können entscheidend auf dem Weg in die eigenen vier Wände sein.

Zur Kalkulation der Immobilienkosten gehören die Baunebenkosten zwingend dazu. Rund 15 bis 20 Prozent kommen damit auf die Hausbaukosten obendrauf. Die LBS hat eine übersichtliche Checkliste der Erwerbs- und Baunebenkosten zusammengestellt, mit deren Hilfe sich jeder seine individuellen Zusatzkosten berechnen kann.

Quelle: LBS Infodienst Bauen und Finanzieren

Mit unserem Sparkassenkalender „2021 – Natürliche Schätze am Wegesrand“ laden wir Sie ein – Monat für Monat – die oft unbeachteten und dennoch so wertvollen natürlichen Schätze am Wegesrand neu zu entdecken. Schauen Sie doch einfach mal rein.

März: Geflecktes Lungenkraut/Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
Das Gefleckte Lungenkraut bevorzugt mäßig feuchte Böden und wächst gerne in krautreichen Buchen- und Buchenmischwäldern und in feuchten Auwäldern.

Aus einem unterirdisch wachsenden Wurzelstock treiben im zeitigen Frühjahr zeitgleich Blütensprosse undBlattrosetten. Die Rosettenblätter und die vier bis sieben Stängelblätter fühlen sich, wie für Raublattgewächse charakteristisch, sehr rau an, weil sie mit kurzen Stachelhöckern besetzt sind; dazwischen stehen lange Borsten.

Das Lungenkraut ist ein Lichtkeimer, das heißt, es braucht die Sonne, die um diese Jahreszeit noch durch die kahlen Bäume fällt. Später benötigt die Pflanze aber Feuchtigkeit, Kühle und Schatten.

Mit seiner Blütenform erinnert das Lungenkraut ein wenig an eine Schlüsselblume, doch wechseln die Blüten im Laufe einiger Tage von Blassrosa zu Rot, Violett und schließlich ins Blaue. Da die Blüten einer Pflanze stets nacheinander aufblühen, finden sich meist mehrere Farbstufen in einem Blütenstand. Sie enthalten einen
Farbstoff, der zu den Anthocyanen gehört – er wechselt bei einer Änderung des Säuregehalts die Farbe von Rot (sauer) auf Blau (basisch).

Bestäuber bevorzugen die jungen roten Blüten, die mehr Nektar enthalten als die blauen. Bestäubt wird das Lungenkraut meist von Schmetterlingen, Bienen und Hummeln, denn nur Insekten mit einem langen Rüssel können in den engen, länglichen Blütenkelchen an den Nektar gelangen. Schwebfliegen, die an den Blüten des Lungenkrauts
auch häufig zu beobachten sind, sammeln nur den leichter zugänglichen Pollen ein.

Bei der Samenreife von Mai bis Juni neigt sich der Fruchtstängel zur Erde. Die herausfallenden reifen Samen, die ein nährstoffreiches Anhängsel tragen, werden von Ameisen verschleppt und verbreitet. Sie keimen jedoch erst im darauf folgenden Frühjahr, wenn sie dem Frost ausgesetzt waren.

Der botanische Gattungsname Pulmonaria kommt vom lateinischen pulmo = Lunge („pulmonaris“ = für die Lunge heilsam). Der Zusatz „officinalis“ lässt darauf schließen, dass es sich um eine alte Arzneipflanze handelt, denn die „Offizin” ist der Verkaufsraum einer Apotheke und „officinalis“ bedeutet: in den Apotheken gebraucht.

Wegen seiner lungenähnlichen Blätter galt das Lungenkraut bereits seit dem 15. Jahrhundert als Mittel gegen Lungenkrankheiten. Die trübweißen Flecken auf der Blattoberseite wurden als Ähnlichkeit mit Lungenbläschen gedeutet und so wurde es der Signaturenlehre zufolge als Mittel gegen Erkrankungen der oberen Luftwege
und der Lunge genutzt. Im deutschen Namen ist diese Verwendung erhalten geblieben. Hildegard von Bingen nennt es Lungwurz.

Das Kraut enthält unter anderem Kieselsäure, Schleime, Saponine, Gerbstoffe sowie größere Mengen Mineralien und wirkt dadurch hustenreiz- und entzündungshemmend.

Auch heute noch wird das Lungenkraut als reizlinderndes und schleimlösendes Mittel bei Erkrankungen der Atemwege geschätzt. Verwendet wird das zur Blütezeit geerntete getrocknete Kraut, bestehend aus Blättern, Blüten und Stängeln.

Aus den kieselsäurereichen Blättern, insbesondere den jungen Rosettenblättern, lässt sich Kräutersuppe, schmackhafter Salat oder spinatähnliches Gemüse zubereiten.

Steckbrief
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Verbreitung: in weiten Teilen Europas, von den Niederlanden und Südschweden im Norden
bis Norditalien im Süden, östlich bis Mittelrussland und bis zum Kaukasus
Standort: in krautreichen Laub- und Laubmischwäldern, an Waldrändern und Gebüschen,
meist auf kalkhaltigen und steinigen Lehmböden, halbschattig
Wuchshöhe: 15 bis 30 cm
Blüte: endständig verzweigter Blütenstand, radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle
Blütezeit: März bis Mai
Blätter: ungestielt, oval, mit oft auffallend weißen Flecken
Frucht: Klausenfrucht zerfällt zur Reife in vier Teilfrüchte

Lungenkraut-Tee
■ 2 TL Lungenkraut
■ 250 ml Wasser
Für den Tee kann das gesamte oberirdische Kraut der blühenden Pflanze verwendet werden.
Zwei Teelöffel des frischen oder getrockneten Krauts mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und nach zehn Minuten abseihen. Eine Tagesdosis sollte nicht mehr als 3 Tassen betragen.
Quelle: www.kostbarenatur.net

Lungenbier
Das folgende Rezept stammt aus dem Bayerischen Wald und stellt eine Alternative für alle Bierfreunde und Teemuffel dar. Zur Unterstützung der Atemwege kann Lungenbier esslöffelweise eingenommen werden.
So wird das Heilbier hergestellt:
■ 2 Esslöffel frisches Lungenkraut in
250 ml Bier erhitzen
■ kurz vor dem Siedepunkt vom Herd nehmen
■ abkühlen lassen und abseihen
Quelle: www.kostbarenatur.net

Eine Eigentümergemeinschaft beschloss, gegen den eigenmächtigen Anbau einer Treppe vorzugehen, die vom Balkon einer Erdgeschosswohnung in den Garten führte. Die Versammlung der Eigentümer entschied, dass die Treppe entfernt werden müsse. Dagegen wandte sich der Erbauer der Treppe. Er verwies auf einen früher gefassten Beschluss, mit dem die Umwandlung des Balkons in eine Terrasse erlaubt worden sei. Die Justiz wollte der Argumentation nicht folgen: Auch eine Terrasse benötige nicht unbedingt eine Treppe in den Garten. Gerichte stellten in zwei Instanzen fest, dass eine derartige bauliche Veränderung die Optik des Gemeinschaftseigentums störe und den übrigen Eigentümern nicht zuzumuten sei. Es spiele keine Rolle, wenn inzwischen der individuelle Anspruch auf Beseitigung verjährt sei, denn die Gemeinschaft habe sich bereiterklärt, die Treppe auf eigene Kosten zu entfernen. (Landgericht Berlin, Aktenzeichen 55 S 18/19)

Quelle: LBS Infodienst Recht und Steuern

Immobilienkäufer betrachteten Glas- und Papiersammelstelle als Mangel

Die vom Bauträger im Vorfeld nicht mitgeteilte Errichtung einer Containeranlage in der unmittelbaren Nachbarschaft berechtigt Immobilienkäufer nicht, von einem Sachmangel auszugehen und den Kaufpreis zu mindern. Die Justiz betrachtet derartige Anlagen selbst in gehobenen Wohnvierteln als zumutbar.

Das Urteil im Detail

Der Fall: Ein Ehepaar hatte eine Vierzimmerwohnung innerhalb einer größeren Wohnanlage in einem Neubaugebiet erworben. Auf der anderen Straßenseite wurden später Altglas- und Altpapiercontainer errichtet. Die Immobilienkäufer hatten davon nichts erfahren und fühlten sich arglistig getäuscht. Sie vertraten die Meinung, angesichts der Belästigungen durch die Anlage (Lärm, Gerüche) sei ihre Wohnung 30.000 Euro weniger wert.

Das Urteil: Das Oberlandesgericht konnte der Argumentation des Ehepaares nicht folgen. Eine sinnvolle, ortsnahe Abfallversorgung gehöre nun mal zum städtischen Leben. Anwohner müssten die damit verbundenen Störungen hinnehmen. Der Bauträger sei nicht verpflichtet gewesen, ausdrücklich darauf hinzuweisen, wenn es sich um eine jedermann öffentlich zugängliche Information handle. (Oberlandesgericht Düsseldorf, Aktenzeichen I-21 U 46/19)

Quelle: LBS Infodienst Recht und Steuern