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Wie gefährlich ist das Coronavirus für unsere Wirtschaft?

Antworten auf 3 wichtige Fragen

Die Zahl der Infizierten durch das Coronavirus steigt. Auch an den Börsen gehört das Virus zu den Gesprächsthemen. Müssen sich Sparer und Anleger vor dem Coronavirus sorgen? Wen trifft das Coronavirus am meisten? Sollen deutsche Unternehmer ihre Mitarbeiter aus China zurückholen? Antworten von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.

Coronavirus

3 Fragen zu Geld an Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka

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Die Virus-Furcht geht um. An den Finanzmärkten ist die Stimmung angespannt. Müssen Sparer und Anleger sich vor dem Coronavirus sorgen?

Für Privatanleger mit einem Horizont von zehn Jahren und mehr sind solche Episoden an der Börse vollkommen bedeutungslos. Wer hier hektisch reagiert, läuft Gefahr, dass die Börse das Thema bereits wieder überwunden hat.

Eine nachhaltige Beeinflussung der Weltkonjunktur ist nach heutigem Stand unwahrscheinlich. In den kommenden Wochen wird man trotzdem noch abschätzen, ob der Verlauf der Pandemie in dem bisher bekannten Bahnen verläuft, oder ob Besonderheiten auftreten.

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Die Welt ist durch Lieferketten und Globalisierung eng verzahnt. Wen trifft das Coronavirus am meisten?

Die heftigsten Folgen treten dort auf, wo die Krankheit ausgebrochen ist. Dort hat bereits eine gewisse Ausbreitung stattgefunden. Deswegen sind erhebliche Eingriffe ins öffentliche Leben notwendig.

Je stärker die Pandemie die chinesische Wirtschaft beeinflusst, desto größer sind natürlich auch die Rückkopplungen in andere Wirtschaftsräume. Durch das SARS-Virus verlor China für etwa ein Quartal 0.5 Prozentpunkte seines Wirtschaftswachstums. Damals nahm die Welt zum ersten Mal zur Kenntnis, dass ein Ereignis in China auch auf die Börsen weltweit Auswirkungen haben kann. Diese Verzahnung ist heute noch wesentlich stärker. Die wirtschaftliche Bedeutung Chinas hat in den vergangenen 20 Jahren enorm zugenommen.

Das Virus dürfte Chinas Wirtschaft im ersten Quartal bremsen. Das liegt unter anderem an den Reisebeschränkungen und den verlängerten Ferien zum chinesischen Neujahrsfest. Ich rechne auch mit negativen Auswirkungen auf den Tourismus, insbesondere in den asiatischen Nachbarländern. Chinesische Touristen spielen hier eine bedeutende Rolle. Auch Japan befürchtet negative Folgen für seine exportabhängige Wirtschaft. China ist der zweitwichtigste Kunde Japans.

Dr. Kater im Gespräch
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Viele deutsche Unternehmen haben Mitarbeiter in China. Sollen diese jetzt besser nach Deutschland zurück?

Die Kosten einer kurzzeitigen Unterbrechung des Wirtschaftsablaufs sind sicherlich niedriger als die Kosten einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus. Es ist sehr schwierig, bei solchen Ereignissen hundertprozentig angemessen zu reagieren. Aber angesichts der möglichen Risiken ist Vorsicht keine schlechte Strategie.

Quelle: sparkasse.de